(Von links) Generaloberin Schwester Arpita, Schwester Theresia, Schwester Claudia, Schwester Nivedita, Pastor Stephan Dumont, Diakon Carsten Mayer, Gertrud Hüttges und Dr. Wolfram Haymann von der Heimleitung sowie einige der Mitschwestern.

Foto: Edda Hornberger

Johannesschwestern verlassen Andernach und kehren auf die Johanneshöhe zurück

Abschiedsgottesdienst mit vielen Freunden in der Altenzentrum-Sankt-Stephan-Stiftung

Rasch füllte sich die Kapelle der Altenzentrum-Sankt-Stephan-Stiftung in Andernach am vergangenen Sonntag. Viele Bewohner, Mitarbeiter und Gäste waren gekommen, um in der feierlich gestalteten Messe Abschied von den Johannesschwestern zu nehmen, die ihren Konvent im Altenzentrum aufgegeben haben und wieder nach Leutesdorf zurückkehren. Damit geht eine Ära zu Ende.

Als in den 1960er Jahren Andernach immer weiter gen Süden wuchs, wuchs auch der Wunsch, im neuen Stadtteil eine Gemeinde aufzubauen. Damit wurde seinerzeit Pastor Günter Schmidt betraut. Auch sein Geist ist an diesem Sonntag überall spürbar. Schnell holte er sich Hilfe in Leutesdorf bei den Johannesschwestern. Damit trat Schwester Siena ihren Dienst an, um als Gemeindeassistentin Pastor Schmidt beim Aufbau und der Verwaltung der jungen Gemeinde zu unterstützen. Anfang der 1970er Jahre folgten dann Schwester Claudia und Schwester Theresia auf die Südhöhe. Während erstere mit dem Aufbau einer Ambulanz begann, oblag es Schwester Theresia als Sozialpädagogin, den Kindergarten St. Hildegard einzurichten.

In der voll besetzen Kapelle erinnerte man sich an viele Geschichten. Schwester Claudia und Schwester Theresia haben mit kurzen Unterbrechungen die letzten 50 Jahre auf der Südhöhe verbracht. Für diese lange Zeit sei es in der Arbeitswelt üblich, ein Zeugnis auszustellen, so Pastor Dumont in seiner Predigt. Doch dies sei in diesem Fall nicht nötig. Wichtiger sei das Lebenszeugnis der Johannesschwestern, die über so viele Jahre das Leben in der Gemeinde und im Altenzentrum St. Stephan geprägt und aktiv mitgestaltet haben – ganz nah am Menschen. Die vielen Weggefährten, die sich in der Kapelle versammelt haben, sind das wahre Zeugnis für die Leistungen und das Leben der Schwestern. Wichtig sei „die Glaubwürdigkeit derer, die aus ihrem Glauben heraus leben, die kleinen Achtsamkeiten des alltäglichen Lebens, die Solidarität mit den Schwächeren und die absichtslose Hilfeleistung für den, der Unterstützung braucht“, hob Pastor Dumont heraus und schloss mit einem herzlichen Dank an die Schwestern, die ihr Zeugnis vom Glauben an Christus gegeben und lebendig gehalten haben.

Dankbarkeit, liebevolle Erinnerungen und Anekdoten sowie eine tiefe Verbundenheit zueinander zeichnen die anschließenden Dankesworte aus, die Gertrud Hüttges als Teil des Heimleitungsteams, Schwester Theresia und Schwester Arpita, Generaloberin der Johannesschwestern, sprachen. Die Schwestern haben drei Generationen begleitet, haben die Menschen aufwachsen, Familien gründen und altern sehen. Viele Freundschaften wurden geschlossen, die bis heute halten. Wenn Schwester Theresia von dieser Zeit erzählt, leuchten ihre Augen. Nun ist die Zeit des Abschiednehmens gekommen, da die Schwestern Theresia, Claudia und Nivedita wieder in ihrer Ordensgemeinschaft auf der Johanneshöhe leben wollen. Sie wünschen sich Zeit und Ruhe, um ihre Berufung aus einem neuen Blickwinkel betrachten zu können. Und ein Hoffnungsschimmer bleibt: Schwester Nivedita wird weiterhin im Altenzentrum ihren Dienst tun, auch wenn sie nicht mehr dort wohnt. Eine Schwester bleibt also der Südhöhe erhalten, ganz so, wie die Johannesschwestern in Andernach mit Schwester Siena als Pionierin einmal begonnen haben, schließt Schwester Theresia: „Wer weiß, was daraus wieder erwachsen kann.“